Conbericht: NordCon 2002

Aus SDNV
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  • Freitag, 11.30 Uhr: Es ist angenehm warm. Ich betrete das Hamburg Haus. Fast sofort begegne ich jemanden mit einem NordCon-T-Shirt. "Hi, ich wollte hier beim Aufbau helfen, also was gibt es zu tun?" - "Äh, ich habe gehört im Gym sollen die Matten weggeräumt werden, weißt du wo das ist?" - "Finde ich schon." Unten angekommen ist kein Mensch da, aber der ganze Raum voller Judomatten. Alleine, die alle? Und wohin damit?

Also suche ich wieder nach jemanden mit Ahnung. Zusammen mit Pu und noch jemandem erfahre ich "alle Matten auf einen Stapel in eine Ecke". Gesagt, getan. Dann Stühle besorgen, ca. 70 Stück runter tragen. Zwischendrin fängt jemand an die Matten in einen kleinen angrenzenden Raum zu schleppen. Macht Sinn, wieder mehr Platz für Rollenspieler, obwohl ich meine Runde wohl eher nach der Lokalität als nach dem System wählen werde. Hier unten will ich auf keinen Fall hin. 12 Runden in einem Raum, nein danke! Dann einige Bänke in den Keller schleppen. Noch scheint es als wenn Karsten absolut den Überblick hat. "7 Bänke dorthin, 12 Tische in den Turm…" Profimäßig!

  • 12.30 Uhr: Wir fangen an den großen Saal einzurichten! Und es wird Arbeit! "Die Kartenklopfer brauchen nicht soviel Platz, wir können die Tische längs stellen." Es bleiben haufenweise Tische übrig. "Auf die Bühne sollen auch noch welche." Also Tische auf die Bühne hieven. "Nein, da kommen andere rauf, die brauchen wir erstmal nicht." Ächz, also wieder runter. "Wohin damit?" - "Legen wir sie erstmal zusammen und legen sie draußen in der Eingangshalle hin." Dann wieder alles zurück, während wir gerade den letzten Tisch rausschleppen. "Wir nehmen die Tische im großen Saal anstelle der Bierzelttische, die dürfen wir nämlich auch draußen aufstellen - und auf die Bühne kommen auch sechs Stück hin!" Stöhn! Ich erinnere mich an Pus Worte: "Ich räume nichts mehr irgendwo hin, bevor nicht ganz sicher ist wie es sein soll. Ich habe schon genügend Cons mitmacht!" Und recht hat er!

Trotz allem ist die Stimmung heiter und entspannt.

  • 13.45 Uhr: Wir sind mit dem großen Saal fertig. Jetzt hing die Orga etwas. Die Leute fingen an Pflanzenkübel zu beschriften und wegzuräumen - 6 Leute für 10 Kübel - na es muss doch was sinnvolleres geben. Ah, Karsten ist hart am organisieren. "Bis 17.00 sind Sie da? Ich lasse sie abholen, sobald ich jemanden mit einem Auto gefunden habe" Mmh, klingt besser als Tische schleppen. "Ich habe ein Auto und stehe vor der Tür, wo soll ich hin?" - "Nach Bargteheide." WAS, wo ist das überhaupt?" - "Bei Ahrensburg." - "Ist das wirklich wichtig?" - "Naja - es sind unsere NordCon-T-Shirts." Ok, also düse ich mal los.
  • 15.00 Uhr: Kaum wieder da, schon geht's weiter. Björn und Pu beim Zeltaufbau im Lichthof helfen. Nach zwei Anläufen und "da stehen Zahlen auf den Stangen, ich glaube wir sollten alles wieder zerlegen und noch mal anfangen", stand das Zelt auch.
  • 15.45 Uhr: Pünktlich zum Pizza-Essen fertig. Danach ist erst einmal etwas Flaute. In die Villa können wir noch nicht, weil dort noch Kindertagesstätte ist. Die Leute, die draußen auf der Wiese schon die ersten Zelte aufbauen, haben entweder keinen Plan oder die Sache so gut im Griff, dass keine Helfer gebraucht werden. Und gerade jetzt trudeln all die Helfer ein, die vormittags noch arbeiten mussten. Die nächste Zeit vergeht mit quatschen, hier mal was halten und einen jungen Hund mit einer Pudeldame beobachten - gewollt aber noch nicht gekonnt.
  • 17.00 Uhr: Blitzaktion in der Villa. Da heißt es mal 70 Stühle in die Villa und es sind so viele Helfer da, dass jeder nur ca. einmal tragen muss. Und jeder will mit anfassen. Irgendwie gibt es gar nicht genug Arbeit. Doch jetzt ist schon soviel Treiben dass man sich sehr leicht ablenken lässt. Das Küchenzelt wird eingerichtet, viele LARPer sind schon eingetroffen und bauen ihre Zelte auf, die Verkaufsstände im Hamburg Haus werden schon bestückt. Ich habe das Gefühl der halbe SDNV ist da! Da werden noch Hinweisschilder aufgehängt und ich starte mit Miriam die Mülllbeutelverteilungsaktion.
  • 20.00 Uhr: So, allmählich bin ich etwas groggy. Wie gut dass es noch freies Abendessen gibt - Würstchen mit Kartoffelsalat - und dann ab nach Hause.
  • Samstag, 9.00 Uhr: Ich habe sogar noch einen Parkplatz in der Nähe gefunden. Viele Helfer sind schon da und auch auf der Wiese ist schon richtiges Treiben. Im Haus ist es noch ziemlich ruhig. Eike, Miriam, Pu und ich fangen an die Spielunden auszuhängen. Was für eine Gelegenheit, die Zettel in aller Ruhe studieren zu können ohne Geschubse und Gedrängel und "hoffentlich finde ich noch eine frei, interessante Runde". Trotzdem ist schon jetzt klar zu erkennen: Diesmal ist es Rollenspiel gegen den Mainstream! Außer Shadowrun und DSA findet sich kaum ein bekanntes System in größerer Anzahl. Kein Midgard, kein Star Wars, kaum Earthdawn und AD&D, nicht einmal die übliche Paranoia-Runde. Stattdessen gibt es seltene Systeme wie Tribe 8 oder "Engel" (erst seit kurzem auf dem Markt). Auch finden sich einige interessante Crossover-Runden (Deadlands/Cthulhu, 7te See/Deadlands). Nichts desto trotz merkt man den Einfluss der Berliner "Odysee", einem Projekt das sich zum Ziel gesetzt hat, die Systeme zu spielen die kein Mensch kennt.
  • 10.00 Uhr: Einlass, nichts wie weg hier wenn die Massen reinströmen. Die Türsteher leisten zwar hervorragende Arbeit, damit der Ansturm nicht zu groß wird, aber zwei ignorante Sturmtruppler versperren den einzigen Weg in die Tiefen des Gebäudes. So strömt alles erst einmal zu dem ohnehin schon übervollen Rundenaushang. Und hier verzögert sich wieder alles weil die diesjährigen Rundenzettel doch ziemlich unübersichtlich sind.

Bis zu Beginn meiner Spielrunde bin ich nur dabei all die Bekannten und Freunde zu begrüßen, zu quatschen und das Treiben zu beobachten. Die Vielfalt und große Anzahl der Kostüme ist unglaublich. Frauen, die nicht gewandet sind, fallen richtig auf. Dadurch kommt aber auch die richtige Stimmung im Zeltdorf auf der Wiese auf. Trotz einiger Verkaufs-stände hat man das Gefühl eines mittelalterlichen Festes ohne dass es gleich kommerziell wirkt. Aber das Beste ist eindeutig die Ork-Familie! Komplett mit Vater, Mutter, Kindern und einem echt orkischen Benehmen.

  • 12.00 Uhr: Eine lockere sehr freie Runde 7te See. Wir spielen im Lichthof, es ist zwar etwas kühl, aber ruhig und gut gelüftet. Doch bei einigen Windböen wurde mir doch mulmig. Hoffentlich hält das Zelt - ich habe es mit aufgebaut, ich weiß wie instabil es ist - aber nur nichts sagen! Die Musik von "Saltatio Mortis" schallt bis hierher. Anfangs ist das auch genau richtig für die Atmosphäre wenn unsere Helden sich in einer Kneipe treffen, später wird es jedoch etwas nervig. Nichts desto trotz ist die Musikgruppe klasse und liefert eine gute Show. Besonders moderne Stücke wie z.B. die Melodie der "Muppets Show", die mit historischen Instrumenten gespielt werden, kommen gut an. Einige der Stücke waren schon durch "Corvus Corax" bekannt und beliebt.
  • 15.00 Uhr: Zwischendurch bleibt immer noch etwas Zeit um sich umzusehen. Die Höfischen Tänze sind interessant bis witzig - besonders wenn ein Orkpaar mittanzt. Der diesjährige NordCon-Becher ist wirklich schön. Und die Massenschlachten auf der Wiese sind einfach geil! Überhaupt waren die Kämpfe nach Maßstäben der LARPer richtig zivilisiert.

Auch unser lang vermisster Aberrant-Spielleiter Olli wurde gesichtet. Er ist nicht umgezogen, schwer krank oder von Aliens entführt - nein, er hat schlicht am Donnertag überhaupt keine Zeit mehr.

Doch höre ich jetzt schon die ersten Klagen. Zum einen über das übliche Chaos bei den Spielrunden, weil Spielleiter nicht aufgetaucht sind oder die Gruppe nicht zustande gekommen ist oder einfach umzog ohne zu sagen wohin. Viele beschwerten sich auch über die Armbänder, welche zu eng geklebt oder gar Haar und Haut miteingeklebt wurden.

Die Aussteller auf der Wiese sind begeistert, während die Händler innen doch das Nachsehen haben weil alles auf der Wiese stattfindet. Dafür kann man sich drinnen an den Ständen aber in aller Ruhe umsehen ohne gleich weggedrängelt zu werden. Leider ist dieses Jahr weniger Platz für Spielrunden vorhanden, weil uns der Kindergarten nicht zur Verfügung steht.

  • 19.00 Uhr: Die Runde ist zu Ende, es war witzig und entgegen aller Befürchtungen wurden wir auch nicht vom Tisch vertrieben. Auch der Nebentisch blieb bis um vier Uhr frei obwohl sonst Tischmangel herrschte. Eigentlich würde ich jetzt gerne in der Villa durchspielen, aber bereits um drei Uhr waren für den Abend dort alle Tische ausgebucht. Also sammle ich die Leute ein und wir fahren zu mir um dort eine lange Nacht-Runde Cthulhu zu spielen. Aber auch für viele andere war es nicht mehr möglich in der Nacht noch in Runden einzusteigen. Zum einen waren alle voll und es gab auch keine Aushangmöglichkeiten wenn noch jemand eine anbieten wollte z.B. um Mitternacht
  • Sonntag, 10.30 Uhr: Wieder auf dem Con. Ich spüre nach einer durchgespielten Nacht die Müdigkeit im Hintergrund. Heute verzichte auch ich auf das Kostüm, es war einfach keine Zeit. Zum Glück habe ich mich gestern Abend schon in eine Runde eingetragen. Dadurch muss ich jetzt auch nicht hetzen. Das Rundenangebot ist vergleichbar mit gestern, wenn auch heute ein paar weniger aushängen. Earthdawn ist heute etwas mehr vorhanden, aber ansonsten… Im ganzen sind zu wenig Runden da, wer nicht gleich eine gefunden hat, findet auch keine mehr.

Überhaupt ist es am Sonntag wesentlich ruhiger. Die meisten sind von einer durchgespielten Nacht k.o. oder von den Erlebnissen des letzen Tages. Vielleicht hat ja auch den einen oder anderen die Mittelalternacht im "Headbanger's Ballroom" umgehauen - aber bis jetzt hat sich noch niemand geoutet der dort gewesen ist.

Es sind deutlich weniger Kostüme zu sehen und viele sitzen einfach nur in lockeren Plauderrunden auf der Wiese - es ist deutlich sonniger als gestern wenn auch etwas windiger. So gingen den Ständen auf der Wiese die eine oder andere Bank verlustig - gekapert von Rollenspielern.

  • 11.30 Uhr: Hey, was muss ich da sehen? Eine Midgard-Runde bei Frank, nichts wie aus der Cthulhu/Deadlands-Runde austragen und raus auf die Wiese.
  • 12.00 Uhr: Lauter bekannte Gesichter in dieser Runde und auch ein, zwei fremde, dazu hochstufige Charaktere und die Ankündigung des Spielleiters: "Das wird einfach nur Spaß!" Und das ist es auch. Zwar ist es im wandernden Schatten des Baumes und im Wind doch etwas kalt aber das hilft mir auch dabei nicht einzuschlafen. Die Musik im Hintergrund, das etwas teure Küchenzelt in der Nähe und ein witziges, fetziges Abenteuer - der Tag ist perfekt.
  • 18.00 Uhr: Das Abenteuer ist zu Ende. Ich bin völlig groggy. Nur noch schnell von allen verabschieden und dann ab nach Hause ins Bett. Was für ein Nord Con! Den Kostümwettbewerb habe ich leider verpasst (es soll der Werwolf gewonnen haben) ebenso wie die Spielleiter-Verlosung, bei der allerdings nur wieder die gleichen Witze wie in den Vorjahren gemacht wurden.


Um 22 Uhr war dann auch schon alles abgebaut. Es ging ziemlich fix.

Karsten war ziemlich zufrieden. Der Auf- und Abbau hat sehr gut geklappt und es gibt ein dickes Lob an die vielen Helfer des SDNV. Leider waren während des Con, besonders in der letzten Abendschicht, die Hilfskräfte schwer zu kriegen. Irgendwie verständlich, jeder will ohne Unterbrechung spielen. Vielleicht können sich ja im nächsten Jahr mehr aufraffen oder sich kurzfristig melden wenn sie merken sie haben noch etwas Luft zwischen oder nach einem Turnier oder einer Runde - und vielleicht wäre es mit kürzeren Schichten einfacher.

Aber auch auf die Besucher wirkte der Con besser durchorganisiert - bis auf das Chaos der Rollenspielrunden. Falls also jemand dafür eine Lösung weiß - die Orga ist für alle Vorschläge offen.

Die Workshops waren gut besucht, besonders weil die Leute sehr freundlich und informativ waren. Besonders Fanpro bot viele Diskussionsrunden und gewährte den Spielern des Systems die Möglichkeit ihre Ideen und Vorschläge einzubringen. Eine traurige Nachricht zum Schluss: Karsten wird den nächsten Nord Con leider nicht mehr mitorganisieren können, womit alles an Janni hängen bleibt. Falls also jemand Lust auf etwas Aktion hat, gerne mit Leuten zusammenarbeitet, flexibel und kreativ ist … quatsch mit Soße!

Die Treffen sind dienstags und jeder der helfen will ist willkommen, fragt einfach Martin Putzki und Karsten ist ja auch öfters im Verein zu sehen ... zumindest jetzt noch.


-sw-; Fotos(noch nicht online): -muv-

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