Helden und ihre (Un)Taten (Kobold 9)

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Inhaltsverzeichnis

Der Fluch der gleitenden Hutt

Es herrschte drangvolle Enge in der kleinen grauen Zelle. Die Pritsche, genauso wie die Decke oder die Wände, alles hatte diesen dunklen Ton von frischem Beton. Selbst Tür und Toilette machten keine Ausnahme. "Die zusammengekauerte Gestalt des Häftlings strahlt geradezu Farbe ab", dachte Major Brauken als er ihn auf dem Überwachungsmonitor betrachtete. Er war gerade dabei, das Verhörprotokoll das der übereifrige Commander ihm zur Gegenzeichnung übergeben hatte, durchzulesen. Seine gelangweilten Augen überflogen kurz die Personaldaten des Individuums.

  • Name: Thomahawk
  • Spezies: Rhodianer
  • Beruf: Kopfgeldjäger
  • Alter: ..Bla, bla, bla...
  • Und so weiter und so fort...


Selbst der Fall war so langweilig wie das Grau der Wände hier an Bord. Als ob sich das Imperium nicht mehr Farbe für die Raumflotte leisten könnte. Ja, er kannte die Argumente der Psychoanalytiker. Die Farbe gefiel ihm trotzdem nicht. Das Protokoll war ungewöhnlich lang. Dabei war der Fall doch recht simpel. Dieser Tunichtgut hatte eine Schlägerei angezettelt. Einer war ernstlich verletzt worden und sein Sicherheitsdroide hatte in die Menge gefeuert. Betäubend. ... Lappalie, das Ganze. Dann bemerkte Brauken warum das Protokoll so lang war. Der Commander hatte dem Tapirgesicht die gesamte Vorgeschichte entlockt und brav alles mitschreiben lassen. Idiot!

Hm... Interessant. Der Kerl hatte mit den Hutts auf Tatooine zu tun gehabt. Brauken beschloss diese Passage genauer zu studieren. Vielleicht war da ja ein Zusatzgeschäft für ihn drin. Vielleicht kann der Ehrgeiz des Commander Devers, Chef der Tie-Fighter-Staffel, doch zu etwas nütze sein.

Devers: "Wie kamen Sie auf die Station?"
Thomahawk: "Mit dem Raumfrachter Moonshine II."
D.: "Wem gehörte das Schiff ?"
T.: "Karrde Tar. Doch der war mit der lahmen Mühle die wir den Piraten aus dem Nerion-Nebel abgenommen hatten unterwegs."
D.: "Den Sensordaten zufolge kamen Sie aber aus einer ganz anderen Richtung. Erklären Sie das."
T.: "Das ist eine echt lange Story. Wollen Sie die wirklich hören?"
D.: "Ich bitte darum. Und lassen Sie nichts aus."
T.: "Nun, es begann damit, dass der Gebrauchtraumschiffhändler Bennova auf Graindos IV uns beauftragte seinen gestohlenen Frachter, die Gleitende Hutt wiederzubeschaffen. Die Daten habe ich jetzt nicht im Kopf, doch die Pilotin Sheena Easton bekam die regulären Papiere ausgehändigt. Der Händler erzählte, dass ein Rhodaner namens Treetor sich mit gefälschten Papieren auf der Jorgis-Station den Zugang erschwindelt hatte und dann damit abgebraust war. Also sind wir zur Station und haben uns umgehört. Treetor soll dort einen Mann in Notwehr erschlagen haben, und als man ihn der Station verwies legte er beim lokalen Händler, dem Twi'lek Zor'kwen, die besagten Abholungspapiere vor. Die Sensordaten waren bei unserem Eintreffen, das etwa 23 Tage später war, allerdings bereits wieder überspielt und so reisten wir lediglich auf den vagen Hinweis des Twi'leks nach Tatooine, da Treetor ihm gegenüber dieses Flugziel genannt hatte. Dort angekommen erwartete uns eine kleine Überraschung. Die Leute vor Ort kannten ihn als Schuldeneintreiber für Jabba the Hutt. Allerdings hatte er sich bei unserer Ankunft schon von Jabba getrennt um sein eigenes "Geschäft" aufzuziehen. Von einem Informanten erhielten wir dann die Nachricht, dass sich einige Komplizen des Rhodaners auf dem Planeten aufhielten um Nachschub zu besorgen. Bei dem Versuch Informationen von diesen Individuen zu bekommen kam es zu einem Feuergefecht in dessen Verlauf der gegnerische Pilot, ein Sullustaner, durch einen unglücklichen Kopfschuss getötet wurde. Nicht was sie jetzt denken. Wie Sie wissen benutze ich nur Betäubungs- und Fesselwaffen. Außerdem brauchten wir schließlich die Koordinaten von Treetors Versteck. Zum Glück konnte Edwin Collins den Hauptrechner knacken. Sheena ist dann mit Edwin, dem Sullustaner Shuub Vaas und mir schon mal mit unserem Frachter losgeflogen und die anderen sind mit dem eroberten Teil nachgekommen. Das müde Gerät war aber wohl deutlich langsamer als der hochgetunte YT von Karrde Tar. Deswegen waren wir auch viel früher wieder hier auf der Jorgis-Station. Na ja, was aus den anderen wurde weiß ich ja nun nicht mehr, doch ich denke, dass die den Piraten im Nerion-Nebel ziemlich eingeheizt haben."

Der Bericht ging noch eine ganze Weile weiter, in dessen Verlauf Devers dem Gefangenen weitere Einzelheiten entlockte. Doch Brauken bearbeitete bereits seinen Computer um die Geschehnisse im Nerion-Nebel weiter zu verfolgen. Danach hatte der Abfangkreuzer "Hurricane" drei Tie-Fighter bei einem Scharmützel mit einem aufgebrachten Kleintransporter im Nebel verloren. Nur einen Tag später brachte die Crew um Karrde Tar einen ganzen Berg wertvoller Schmuggelware zur Jorgis-Station. "Verdammt! Daraus lässt sich kein Kapital mehr schlagen.", dachte Brauken bei sich. "Oh Mann, entweder die Kerle sind ehrlicher als das Gesetz erlaubt oder sie sind dümmer als Banthascheiße. 5000 t Torpedos und 1 t Spice-Drogen, und die liefern das einfach bei den Behörden ab und sagen, man solle die Fracht doch den rechtmäßigen Besitzern zurückgeben. Der Wert der Waren beläuft sich auf über zehn Millionen Credits und nun hat das Imperium den Scheiß umsonst geschenkt bekommen. Da kann sich Captain Raissul von der "Hurricane" echt freuen. Das könnte ihm sogar eine Beförderung einbringen. Und selbst so: Die Provision, wenn er denn so gerissen ist, macht ihn zu einem reichen Mann.

Verdammt! Ich hätte die Ladung gern in die Finger bekommen." Wieder starrte der Major auf die graue Wand. "Kein Glück heute." Er nahm sich wieder den Bericht des Commanders vor und unterzeichnete ihn. Der Captain würde den Raufbold sicherlich mit einer Geldstrafe am nächsten Raumhafen laufen lassen, zumal seine Kameraden für die Bacta-Behandlung des Schwerverletzten gesorgt hatten. Brauken gab seinem Adjudanten die Akte, schloss sich in seiner Kabine ein und holte ein kleines Kästchen hinter einer Wandverkleidung aus seinem Geheimversteck hervor. "Wenn die Wände hier schon grau sind", so dachte er sich, "so kann ich sie mir wenigstens bunt träumen." Er holte vorsichtig ein hauchdünnes Plättchen aus der Box und legte es sich unter die Zunge. "Ich brauche bald Nachschub", dachte er noch bei sich. Dann ließ er sich mit einem Seufzer auf seine Koje sinken und ergab sich den Illusionen der Drogen.


-cp-

Nebel

Durch Raum und Zeit wallt der Nebel. Immer schneller und unaufhaltsamer kreuzt er den Weg ahnungsloser Reisender und entführt die Opfer in eine düstere und gefährliche Welt, die in einigen alten Schriften Ravenloft genannt wird. Diesmal kreuzte er den Weg von Helden, die ihre Stärken aus einem Zauber namens "Dungeon&Dragon" bezogen…


Es war heiß. Die Mücken schwirrten. Über allem lag der penetrante Fäulnisgeruch des Sumpfes durch den die Gruppe ihr provisorisches Floß stakte. Wo das dichte Schilf etwas niedriger wuchs konnte man nur Dunst und Nebelschwaden in der Ferne erblicken. Aber nicht jenen unheimlich schnell aufkommenden, dichten Nebel durch den sie in dieses seltsame Land gebracht worden waren. Gelegentlich unterbrach Brothor das Staken und kümmerte sich um sein Kampfpony. Der Zwerg war nicht bereit gewesen sein sorgsam trainiertes Tier zurückzulassen, und so hatte man es zum liegen gebracht und aufs Floß gebunden. Bei jedem Halt wurde es "gewendet". Trotzdem brauchte es immer noch Wasser und Fürsorge. Brothor ahnte noch nicht, dass all seine Mühen vergeblich sein würden… Saim ergriff für den Zwerg die Stange und machte weiter, damit das Floß nicht vom Kurs kam oder Fahrt verlor. Im Gegensatz zu den anderen wirkte das Staken bei ihr fast spielerisch. Schließlich hatte sie wie jeder Kampfmönch eine jahrelange Ausbildung mit dem Kampfstab erhalten. Noch wusste sie nicht wie dringend sie dieses Training im Kampf gegen Untote und einen Zombielord brauchen würde… Frecias ruhte sich derweilen etwas von seiner letzten Schicht aus. Der Kleriker war zwar harte Arbeit gewöhnt, auch mit dem Schwert, doch die Hitze machte dem Elfen doch etwas zu schaffen. Auch er ahnte nicht wie dringend seine Gefährten noch seine Heilkünste benötigen würden.

Kial indes schien die Hitze nicht viel auszumachen. Hager und hochgewachsen arbeitete die Bogenschützin mit der ruhiger Kraft die sie durch hartes Schusstraining erworben hatte.

Mit ihrem zugstarken Langbogen schoss sie mit solcher Stärke, dass sie selbst dicke Fensterläden durchschießen könnte. Aber selbst beim anstrengenden Staken hielt sie noch ein wachsames Auge auf die Umgebung. Doch sie sah das Unheil nicht kommen.

Porenn mühte sich derweilen am Ende des Floßes ab. Als Diebin und Hexe war sie eher einfache, wenn auch nicht immer ehrliche Arbeit gewöhnt. Trotzdem schätzte sie eigentlich Herausforderungen, doch das hier ging zu weit. Das Schicksal hatte sogar noch härtere Prüfungen für sie bereit. So würde sie alleine einer Horde von Gargylen gegenüberstehen müssen, und bis ihre Kameraden zur Stelle sein würden wäre sie schwer verletzt. Trotz Blindheit würde sie einem fürchterlichen Feind gegenüberstehen müssen, und dann wäre da auch noch die Romanze…

Ein harter Stoß ließ das Floß erbeben. Aus dem trüben Wasser schoss eine gewal-tige gepanzerte Echse. Ein Rachen vollbesetzt mit Reißzähnen rauschte vorbei und schon setzte das riesige Krokodil zum nächsten Angriff an. Porenn hatte auf dem schlüpfrigen Floß den Halt verloren, verzweifelt klammerte sie sich an die Stange, doch das Boot glitt unter den Attacken des Tieres davon. Im letzten Moment schaffte sie noch das Gleichgewicht zu halten, doch ihre Lage hatte sich dadurch nicht wirklich verbessert...


-sw-

NEWS ON NAB

"Guten Abend, Ladies und Gentlemen, bei den Abendnachrichten von North American Broadcast. Mein Name ist Samantha Cole und hier sind die Meldungen:

  • Seattle:

Offensichtlich ist es einem Undercoverteam gelungen eine Verschwörung um den ehemaligen Präsidentschaftsanwärter und heutigen Besitzer unseres Nachrichtensenders, Arthur Vogel, aufzudecken. Hauptindiz sollte eine alte Fotographie sein, auf welcher der ehrenwerte Mister Vogel im Kreise einiger Verbrecher zu sehen ist.

Laut den Recherchen der verdeckten Ermittler handelte es sich hierbei um die "Viererbande". Dieses Quartett wurde in den ersten 30 Jahren dieses Jahrhunderts mit Drogenschmuggel, dem Biowaffenanschlag in Atlanta und dem "California-Zwischenfall" in Verbindung gebracht. Bei einem Flugzeugabsturz 2030 in der Karibik sind jedoch alle ums Leben gekommen.

Diese Fotographie stellte sich selbstverständlich als Fälschung heraus. Vogel kommentierte: "Natürlich respektiere ich die unorthodoxe Ermittlungsarbeit und die Bemühungen um die Aufklärung von Verbrechen. Allerdings bin ich auch erleichtert, dass namhafte Wissenschaftler und akribische Untersuchungen das Bild als hervorragende Fälschung entlarven konnten, wodurch sich die Ermittler leider täuschen ließen. Weder kannte ich die Verbrecher noch hatte ich jemals etwas mit ihnen zu tun. Es sind bereits Maßnahmen eingeleitet worden, die Hintergründe und Täter dieser Verleumdung aufzudecken."

Weiterhin bleibt ungeklärt in wie weit der Mord an einer jungen Frau durch einen bekannten Autoren aus Seattle in diesen Fall verwickelt ist."


-sw-


Nachruf

Was uns ans Saim beeindruckt hat:

  • Ihre Ruhe
  • Ihre Bescheidenheit
  • Ihre Freundlichkeit
  • Ihre Besonnenheit
  • Ihre Fähigkeit auf Wänden zu laufen
  • Ihre kräftigen Tritte und Faustschläge
  • Ihre beständigen Versuche zu meditieren
  • Ihre Weigerung sich Ausschweifungen hinzugeben
  • Ihre Keuschheit
  • Ihre Vorliebe für Tee
Meine Werkzeuge