Helden und ihre (Un)Taten (Kobold 10)

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Inhaltsverzeichnis

New York Times 13. Oktober 1876

"Ratgeber für Eltern" von James Miller


Auf meiner letzten Reise durch den Westen, genauer gesagt durch Arizona, schnappte ich folgende Geschichte auf, die, so haarsträubend und erfunden sie mir auch vorkam, ich sie hier doch für erwähnenswert befunden habe. So wurde sie mir doch von einem elfjährigen Mädchen erzählt, welches steif und fest behauptete, dies alles selbst erlebt zu haben. Personen mit weniger starken Nerven sollten allerdings von der Lektüre absehen.


So berichtete Kim, wie sich nannte (sie wollte ihren ganzen Namen um keinen Willen preis geben, da sie wohl von ihren eigenen Eltern oder den inkompetenten Personen, die für ihre Erziehung zuständig waren, fortgelaufen war), dass sie mit einem anderen Mädchen, das aber wohl schon fast erwachsen war, namens Annie Carter, einem Indianer namens Motawato, und zwei Revolverhelden, namentlich Bill Smith und Garth Rogers, im Auftrag der Union Blue in einem Dorf nähe des Monument Valley Nachforschungen anstellen sollte. Dort sei der Wissenschaftler Darius Halstrom im Auftrage der Pacific Railway mit Vermessungen tätig und kaufe immer größere Mengen an Ghost Rock ein. Die Union Blue hätte gern genaueres gewusst, und die bunte Gruppe sollte Nachforschungen anstellen, aber möglichst diskret.


Das Vermessungsteam des Wissenschaftlers hätte ihr Einsatzgebiet nicht weit einer kleinen Siedlung namens Desmond Valley, und dort hätten sie dann erst mal von Verstümmelungen an Rindern in der letzten Zeit erfahren. Nicht einfach geschlachtetes Vieh, sondern eher gerissen wie von Wölfen, dafür aber nicht gefressen wie von Wölfen. Außerdem - ich möchte die Leser mit nicht allzu starken Nerven hier nochmals warnen - solle vor ein paar Tagen ein Farmer der Gegend regelrecht hingerichtet worden sein, denn er wäre gehäutet gewesen, an Armen und Beinen in den Boden gepflockt, und sein Herz hätte gefehlt.


Danach hätten sie außerhalb der Siedlung ein Lager aufgeschlagen. Annie und Mr. Smith hätten sich aufgemacht, das Vermessungsteam zu beobachten und seien dann dort von vier Indianern aufgefordert worden, sich zu entfernen. Kurz danach seien die beiden von einem riesigen Werwolf angegriffen worden, mitten am hellichten Tage. Annie sei davon gekommen, hätte aber bei ihrer Rückkehr zum Lager berichtet, dass Bill, also Mr. Smith von dem Monster getötet worden sei.


Um die Einflüsse des Westens auf dieses kleine Mädchen besser zu demonstrieren, lasse ich Kim hier einmal selbst zu Wort kommen und übernehme ihre unzivilisierte Sprechweise unverändert.


"Wir ham dann das Lager verlegt, und am nächsten Morgen sind dann echt komische Dinge passiert. Einmal ist Bill wieder aufgetaucht, hat ziemlich übel ausgesehen, und das, wo doch Annie gesagt hat, dassa tot is, ne, Und dann hat Motawato drei Leute auf uns zukommen sehen. Das warn eine Rothaut, so'n Schnösel in piekfeinen Klamotten und ne Frau. Die wollten wohl reden, wa, und dann hat sich die Rothaut auf einmal in nen Werwolf verwandelt und sich auf Bill gestürzt. Garth und ich ham sofort auf das Monster geschossen, und wir ham och getroffen, aba die Wunden, die ham sich gleich wieda geschlossen! Bill war dann plötzlich irgendwie unsichtbar oder so, und der Werwolf hat dann aufgehört und sich wieda in die Rothaut verwandelt. Annie hat die drei aufgefordert, n paar Erklärungen abzugeben. Naja, se ham sich als Proudspeaker, das war die Rothaut, Morningkill und Annalee, das war die Frau, vorgestellt, und sie komm von ner andern Welt. Sie alle waren solche komischen Werwölfe, nennen sich selba aba Garu, und jagen einen ihres Volkes, der Stormbringer heißt und hier ist. Der will ne Verbindung zwischen den Welten machen, weil er von unseren Indianern Macht kriegen kann, die die Indianer auf ihrer Welt nicht ham. Der Werwolf, der Bill und Annie angegriffen hat, ist wohl Stormwalker gewesen. Also verstanden habe ich das nich so richtich mit den Welten, aber issa och egal.


Jedenfalls hamwa dann abgemacht, dass die drei auf der einen Seite des Lagers einen Ablenkungsangriff machen und wir dann von der andern Seite reinschleichen. Wir sollten kucken, wie der die Verbindung machen will, das wissen die drei nämlichoch nich, verstehnse? Aber vorher ham wir uns von der Schmiedin in Desmond Valley noch Silberpatronen machen lassen, das is nämich dat einzige, wat die Werwölfe wirklich verletzen kann.


Annie, Motawato, Bill und ich sind dann Richtung Lager geschlichen. Bill is unterwegs zurückgeblieben, um drei Indianer aufzuhalten. Das Lager warn viele kleine und zwei große Zelte, und die standen mit der Rückwand an einer riesigen Felsnadel, und da wollten wir rein. Wir sind dann auch in das eine, aber da war ein Mann drin, der uns leider bemerkt hat, und Annie wollt ihn dann umhauen, aber der Kerl is nich ohnmächtig geworden, also bin ich mittem Messer auf ihn los und hab ihm die Klinge so richtig schön innen Bauch gerammt. Dann hat er aber seinen Flammenwerfer gegriffen und Annie ganz schön doll erwischt, aber wir haben ihn dann doch überwältigen können und zum Schweigen gebracht. Nein, Mista, umgebracht ham wir ihn nich.


In dem Zelt war was richtich großes unter ner Plane, und da ham wir uns versteckt. Annie wollte mal draußen nachsehen, was sonst so los is, aba da kam dann ein riesiger Indianer, wo wir sofort wussten, dass das Stormwalker ist, mit zwei annern Männern rein, und hinten durchn Seiteneingan, den wir vorher nicht gesehen hatten, kamen auch noch welche rein. Tja, da blieb uns nix andres übrich als uns zu ergeben, wa. Schöne Pferdekacke!"


An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen Lesern entschuldigen, doch dies zeigt doch mit genügender Intensität, wie verloren diese arme Seele bereits in ihrem zarten Alter ist.


"Wir sind ins andere Zelt geführt worden und da an son komisches Gebilde mit vielen Ofenrohren dran gebunden worden. Kurz danach ham se zwei fleischige Massen reingebracht, die sich aber langsam verformten und dann auch wieder als die Werwölfe Morningkill und Annalee erkennbar waren. Die Kerle hatten mit Schrot-Gatlings auf sie geschossen, und da warn se erstmal Brei. Wir konnten uns nich selba befrein, aba Proudspeaker ist wohl entkommen. Stormwalker hatte irgendwas gesagt von nem Detonator, der endlich bereit gemacht werden soll. Auf einmal sind dann aber Proudspeaker und Bill wie aus dem Nichts aufgetaucht, mitten im Zelt, und dann konnten wir die Wachen überwältigen, uns befreien, und die drei ham dann Stormwalker in Schach gehalten mit den Waffen, die Silber geladen hatten. Da hat er wohl Muffensausen gekriegt, denn er hat sich plötzlich in Luft aufgelöst. Wir haben dann in dem anderen Zelt Pläne gefunden, wie er die Verbindung schaffen wollte, und Halstrom is in sonem Fluggerät verschwunden. Annie und ich ham noch draufgeschossen, aber das hat nix genutzt.

In den Plänen haben die Werwölfe gesehen, dass Stormwalker für die Verbindung ne riesiggroße Explosion braucht, die noch in zehn Meilen Entfernung ordentlich gerummst hätte, stellen Sie sich das ma vor, Mista! Und dann hat Proudspeaker aba gesehen, dass in ihrer Welt auch noch was gemacht werden muss, und das muss jetzt verhindert werden, und deswegen wollen wir die drei jetzt in ihre Welt begleiten. Also, Mista, nix für ungut, aba ich muss zurück, sonst haun die noch ohne mich ab."


Wie sie sehen, meine liebe Leserschaft, sollten sie ihre Zöglinge nie in den Westen schicken, denn sie lesen, was dort aus unserem Nachwuchs werden kann:

Münchhausens der allerbesten Güte, und dazu noch so verkommen, dass es einen nach einem Besuch im Westen immer wieder in die kultivierte Zivilisation der Ostküste zieht.

-muv-


Abends in der Magiergilde…

Es herrschte tiefe Dunkelheit auf der gewundenen Treppe im Magierturm. Von unten drangen noch Musikfetzen und Stimmen von der Feier hinauf. Leise schlich sich eine kleine Gestalt die Stufen hinauf. Schließlich gelangte sie an eine Tür, die einen Spalt breit offen stand. Kerzenschein schimmerte schwach hindurch und sie hörte die Stimmen zweier Personen, die sich unterhielten. Die typisch melodiöse Stimme einer Elfe und die eines älteren Mannes:


"So, meine Schülerin, deinen ersten Auftrag hast du ja mit Bravour bestanden. Doch sage mir doch, warum ihr den armen Kollegen wie ein Paket verschnürt zurückgebracht habt?"

"Meister, ihr ahnt ja gar nicht wie schwierig es war, meine Begleiter davon abzuhalten ihm noch die Finger zu brechen um ihm am Zaubern zu hindern."

"Warst du in der Wahl deiner Helfer etwa nicht weise, Kial Xiloscient?"

"Die Wahl war umsichtig, Meister, doch euer verwirrter Kollege hatte uns etwas…reizbar gemacht." - "Berichte, meine Schülerin." "Ja, Meister. Einer eurer Magierkollegen hatte sich lange nicht mehr gemeldet, obwohl er wichtige Forschungen durchführte. Ich bin mit einigen Gefährten zu dem Dorf in der Nähe seines Hauses gereist und habe mich dort nach ihm erkundigt. Ein Gnom schien der Hauptabnehmer für die magischen Kerzen des vermissten Magiers zu sein. Also schickte Hektor…"

"Wer ist Hektor?" - "Einer meiner Begleiter, ein Krieger mit einem besonderen Talent für Magie." - "Ah, fahre fort."

"Hektor schickte seine…Dienerin dorthin und erfuhr so den genauen Wohnort des Magiers."

"Wieso zögerst du, Kial, war sie nun seine Dienerin oder nicht?" - "Nun, Meister, eigentlich war sie mehr ein magisches Konstrukt, eine Silberwolke in Form einer Frauengestalt mit einigen sozialen Fertigkeiten."

"Höchstinteressant, aber erzähle doch weiter…"

"Nun, wir gelangten zu dem Haus, mussten jedoch feststellen, dass es in dem Revier von Riesenbienen lag. Also warteten wir bis zum Einbruch der Dunkelheit, als nur noch wenige der Insekten Wache hielten. Durch Steinwürfe lenkten wir sie von uns ab, während wir uns zum Haus begaben. Die Hütte war leer, jedoch in einem völlig verwahrlosten Zustand. Wir fanden einen Tunnel, der uns bis in den Bienenstock führte. Dort betäubten wir einige der Tiere und streiften einige ihrer Duftstoffe ab, so dass wir ähnlich rochen. Danach wurden wir auch nicht mehr angegriffen." - "Sehr schlau!" - "Danke Meister. Schließlich gelangten wir in das geheime Labor des Magiers. Erst attackierte uns ein Feuerkobold, dann ein Wachsgolem und schließlich griff der Magier selbst Urdiel an. Bevor Ihr fragt, Meister, einer meiner Gefährten, der sehr naturverbunden ist. Urdiel versuchte ihn zu betäuben, doch er flüchtete mit einem Zauber an die Decke des Raumes. Schließlich schafften wir es, ihn von da oben herunter zu holen, doch es war mühsam, da wir ihn nicht unnötig verletzen wollten. Sein Zustand war ohnehin besorgniserregend. Er war so besessen von seinen Forschungen, dass er darüber essen, trinken und waschen vergessen hatte.

Wir brachten ihn bewusstlos heraus und nahmen selbstverständlich auch seine Forschungsergebnisse mit. Doch im Wald war bereits ein Mob von Dörflern zusammen gelaufen, die den Magier zur Rechenschaft ziehen wollten. Er hatte dem Tempel magische Kerzen mit einem Faszinations-Zauber gestiftet. Alle waren bei der Andacht so davon gebannt, dass niemand der armen ebenfalls faszinierten Weihrauchschwenkerin zur Hilfe kam, als diese Feuer fing. Ich und der Paladin Villios Liadon lenkten den Mob ab, während Urdiel die Sache mit der Priesterin beriet. Leider tauchte in unserem Lager wieder der Feuerkobold auf und schaffte es beinahe seinen Meister zu befreien, doch Urdiel kam rechtzeitig wieder zurück.

Da der Magier über seine Forschung leider auch extrem paranoid geworden ist, mussten wir ihn fesseln, damit er weder entkam noch Zauber auf uns legte."

"Ich denke, du hast weise gehandelt, meine Schülerin. Und die Forschungsunterlagen sagen uns alles, auch wenn der Kollege nicht mit uns kooperieren will. So, nun geh wieder zu der Feier, die unten euch zu Ehren veranstaltet wird."

"Ja, danke Meister. Ich wünsche Euch noch eine gute Nacht."

Die kleine Gestalt an der Tür vernimmt das Scharren eines Stuhles und fährt zusammen. Eiligst verlässt der Kobold seinen Lauschposten und eilt in die Redaktion, wobei er noch einen letzten Satz vernimmt: "Ach Kial, eines noch, wie war die Sache mit der magischen Silberwolke in Frauengestalt?"

-sw-


LOGBUCH CRIMSON LEVIATHAN

  • 20. Aufsteigender Wald
  • 12. Stunde:
Athya liebt einen anderen, und ausgerechnet den, den ich aus dem Kerker geholt habe… Ich hätte mich hier vielleicht doch nicht einmischen sollen. Als ich sie heute morgen besuchte, erzählte sie mir es und fragte fast ob ich mit Santiago sprechen könnte. Als ich sehr ruhig wurde und sagte dass ich dann gehen müsse und es so sicherlich besser für sie wäre, merkte sie dann was ich schon seit damals für sie empfand… Na ja, ich wünsche den beiden dass sie glücklich miteinander werden, aber wenn Santiago ihr leid zufügen sollte oder sie betrügt, breche ich ihm jedem Knochen einzeln und füttere mit ihm die verdammten Haie, die meinen Vater gefressen haben… So ist es jetzt gut auf Fahrt zu gehen und Beute zu machen das, lenkt meistens von Herzleiden ab…
  • 3. Stunde der Nacht:
Als alle ankamen gab es erst mal fast ein bisschen Ärger, als Sian erfuhr welchen Posten Carram innehaben soll, vor allem weil Carram noch Migess mitbrachte. Jetzt ist es wirklich eng an Bord… Ich hoffe Carram und Sian haben mich richtig verstanden, als ich sagte dass egal wer von den beiden mit dem anderem Streit anfängt im nächsten Hafen von Bord fliegt.
Auf See habe ich dann die Mannschaft über unser Vorhaben informiert, und die Hoffnung auf leichte fette Beute ließ die Stimmung steigen.
  • 24. Aufsteigender Wald
Haben heute ein Handelsschiff passieren lassen, ich wollte nicht das Gerüchte über Piraten in der Gegend unsere Beute übervorsichtig werden lassen, und wenn wir das Handelsschiff geplündert hätten, wäre kein Platz mehr für die Kanonen gewesen auf die wir es abgesehen haben. Als ich der Mannschaft dies erklärte waren sie auch nicht mehr enttäuscht ob der entgangenen Beute!
  • 2. Strahlenden Wald
Verflucht sei Bluedog, verflucht sei der Tag an dem ich ihn traf, verflucht sei er und alles Hexenpack!!! Heute Mittag kam die Beute in Sicht. Nachdem wir uns mit Flaggen verständigt hatten gingen wir längsseits, und zu Ihrer Überraschung enterten wir. Doch plötzlich fühlte ich mich um ein halbes Jahr in der Zeit zurück versetzt, als damals ein Hexenmeister von der Insel das Schiff meines Vaters zerfetzte. Heute kamen genau wie damals erst ein Haufen Soldaten von diesen Inselaffen aus der Kabine und dann einer ihrer verfluchten Hexenmeister!!! Trotz aller meiner Versuche meine Mannschaft vor der aufkommenden Panik zu bewahren, flüchteten diese Hals über Kopf zurück auf unser Schiff und schossen mit Brandpfeilen die Beute in Brand!!! Der Hexenmeister hatte einen überdimensional großen Affen beschworen, der mit ihm kämpfen sollte. Bluedog hat mit einem Zauber alle Soldaten der Inselaffen dahingerafft. Die beiden Hexer bekämpften sich mit solch einem Tempo, dass ich mir wie eine Schnecke vorkam… Als ich den Hexenmeister mit meiner Klinge das Sonnenlicht in die Augen lenkte, stolperte er über die Reling. Bluedog rang jetzt mit der Affenbestie und brach mit ihr durchs Deck. Inzwischen stand das Schiff in Flammen. Carram zerrte mich von Bord, er war der einzige der bei mir geblieben war. Als wir uns dann wieder auf unser Schiff zogen, sahen wir uns mit einer handfesten Meuterei konfrontiert. Diese Bande von Süßwassermatrosen dachte doch tatsächlich, dass ich mit diesem Hexer Bluedog paktiert hätte und ihre Seelen verkaufen wollte!!! Auch die Geschichte was mit meinem Vater passiert war, beeindruckte sie nicht und ich ließ sie in ihrem Glauben. Nach einigem hin und her sind dann die Meuterer auf das Floß gegangen und ich konnte wenigstens mein Schiff behalten. Es blieben mir vier Mann und Sian, Migess und Carram, gerade mal genug um das Schiff zu segeln. Wir nahmen dann noch ein paar Segler vom anderen Schiff auf, die auch vor Furcht ins Wasser gesprungen waren bevor ihr Schiff unterging.
  • 4. Strahlender Wald
Bei der Absuche des Wassers fiel mir eine Flosse auf, die durchs Wasser pflügte. Noch bevor ich Alarm geben konnte tauchte ein Wassergeist auf! Zum Glück fiel mir noch ein alter Besänftigungs-Spruch ein; da in The Neck viele Geister anzutreffen waren, schnappt man hier und da was auf. Gegen das Versprechen, dass ich wieder kommen und ihr einen Gefallen erweisen würde, wenn ich die Sonne im Herzen hätte, was auch immer sie damit meinte, versprach Udirinay uns zu helfen und uns und die Männer auf dem Floß zu einem großen Schiff zu bringen. Trotz der Meuterei wollte ich sie nicht ihrem Schicksal überlassen. So tauchte sie wieder unter und schob das Floß der Meuterer vorwärts. Wir folgten so gut der Wind uns ließ. Am Abend sahen wir das große Schiff, es war inzwischen dabei, meine alte Mannschaft an Bord zu nehmen. Irgendwie kam mir das Schiff bekannt vor, aber ich konnte nicht sagen woher. Wir gingen längsseits, und wollten entern, da sahen wir ziemlich viele Bewaffnete rumlaufen. Ein Kerl mit rotem Bart sprach mich an. Er schien mich zu kennen. Er kannte tatsächlich meinen Vater, den alten Stormhawk. Mein Vater hatte unter diesem Kapitän, Flamebeard, gedient bevor er ein eigenes Schiff führte. So tauschten wir alte Geschichten aus und fuhren zusammen nach Crows Nest um Vorräte aufzufüllen und gemeinsam auf Kaperfahrt zu gehen.
  • 20. Strahlender Wald
Wir haben zu zweit einen Händler mit edlen Tüchern aufgebracht und haben nun volle Laderäume. Auch wenn es schön war mit dem alten Flamebeard gemeinsam auf Kaperfahrt zu gehen, muss ich doch den Träumen nachgehen die ich in letzter Zeit hatte. Sehr merkwürdige Träume von alten Zeiten und Orten an denen ich nie gewesen bin. Ob das an den Geschichten liegt, welche Bluedog mir erzählte? Auf jeden Fall muss ich die Gläserne Stadt sehen, vielleicht finde ich dann Ruhe vor diesen merkwürdigen Träumen…
  • 22. Strahlender Wald
Gerade mal vor zwei Tagen habe ich mit vollen Laderäumen Flamebeard und seine Leute verlassen. In der nächst größeren Stadt habe ich die Waren verkauft, ich glaub allerdings ich hätte mehr Geld bekommen können wenn ich die Tricks der Händler beherrschen würde…
Für Athya habe ich ein schönes Kleid gekauft, ich plane jetzt entlang der Inseln nach Süden zu segeln und dann nach Osten Richtung Chiaroscuro, der Gläsernen Stadt abzubiegen.
  • 23. Strahlender Wald
Ein ganz merkwürdiger Traum hat mich diese Nacht heimgesucht: Während ich die Reise träumte erzählte eine Stimme mir, dass ich unbedingt innerhalb von 4 Wochen vor Chiaroscuro sein müsse um jemanden zu treffen. Als ich im Traum sah wen ich treffen sollte, kam mir dieses Mädchen vertraut vor, und ich dachte ich wäre wieder zu Hause. Ein Gefühl überkam mich als wenn ich dieses Mädchen schon eine Ewigkeit kennen würde, als wenn ich mit ihr viele Jahre in trauter Zweisamkeit verbracht hätte… Und ein Name ging mir durch den Kopf: Shenjai! Ich spürte aber auch wie das Unheil die Finger nach Shenjai ausstreckte, und deshalb musste ich sie unbedingt in vier Wochen treffen!!! Aber wie soll ich in vier Wochen diese Strecke schaffen? Normalerweise braucht man dafür fünf bis sechs Wochen, wenn man guten Wind hat! Der Traum gab mir auch die Antwort hierauf, nach ein paar Tagen würde ich auf einen Sturm treffen vor dem ich herreiten konnte.
Am Morgen erzählte ich der Mannschaft, dass ein Geist mir gesagt hätte, wir müssen diese Strecke in so kurzer Zeit schaffen. Mit der kleinen Lüge kriegte ich die Mannschaft soweit, nicht gleich wieder mit dem Dämonenquatsch anzufangen.
  • 27. Strahlender Wald
Tatsächlich haben wir heute den Sturm erreicht, ich habe das Schiff klar machen lassen, damit nichts rumliegt was uns im Sturm gefährlich werden könnte oder verloren geht. Jetzt beginnt die schwerste Phase dieser Reise, wenn wir auch nur einen Fehler machen werden wir zum Spielball des Sturms und untergehen.
  • 15. Absteigender Wald
Wir sind jetzt schon südlich der Heimat der Inselaffen und schlagen jetzt Kurs nach Osten ein. Der Sturm ist immer noch hinter uns.
  • 17. Absteigender Wald
Heute durchfuhr ein Ruck unser Schiff und trotz freien Wassers kamen wir nicht mehr vorwärts. War hier ein nicht verzeichnetes Riff? Die Antwort kam einen Moment später, ein Riesenkrake hatte unser Schiff umklammert und wollte nun meine Mannschaft verspeisen!
Während sich alle auf einen Kampf einrichteten nahm ich mein Rapier und ein Tau und sprang zum Kraken ins Wasser um ihm die Augen auszustechen. Nach ein, zwei Minuten hatten wir den Kraken zum Abtauchen gebracht, aber mit einen Tentakel hatte er einen Matrosen erwischt und mit runtergezogen. Noch das Seil in der Hand tauchte ich hinterher, und erreichte tatsächlich noch den Matrosen. Ich umklammerte ihn und das Seil mit aller Kraft die ich aufbringen konnte, und tatsächlich, nach einem kleinen Moment ließ der Krake los und wir kamen sehr erschöpft wieder an die Oberfläche. Der Rest der Mannschaft zog uns wieder an Deck. Ich glaub seit heute steht die Mannschaft ein gutes Stück mehr hinter mir. Aber was war das für ein Gefühl mit einem Kraken zu ringen und auch noch zu gewinnen!
  • 19. Absteigender Wald
Der Sturm lässt nach und wir werden langsamer. Um wieder schneller zu werden schmeißen wir alles nicht unbedingt nötige über Bord.
  • 25. Absteigender Wald
Wir sind im Zielgebiet angekommen und haben noch einen kleinen Kauffahrer aufgebracht, die haben Augen gemacht als wir sogar ihren Anker auf unser Schiff geladen haben. An diesem Abend herrscht ausgelassene Stimmung, da wir mit den erbeuteten Lebensmitteln ein rauschendes Fest gefeiert haben!
  • 26. Absteigender Wald
Heute haben wir einen etwas größeren Kauffahrer gesehen, und ich wusste sofort dass dies ihr Schiff war. Wir flaggten, dass wir den Kapitän sprechen wollten, unter vier Augen. Das andere Schiff entsandte ein Ruderboot. Mit dem Kapitän sprach ich, dass ich geschickt wurde mich mit jemanden auf seinem Schiff zu treffen, ob meiner Mannschaft war er aber sehr skeptisch, nahm mich aber schließlich alleine mit rüber zu seinem Schiff.
Dort sah ich sie dann zum ersten mal wirklich vor mir, das wohl hübscheste Mädchen das meine Augen je gesehen haben, und das Gefühl der Vertrautheit war auch sofort wieder da, so als ob ich meine Jugendliebe nach langer Zeit wieder getroffen hätte. Ich sprach sie an, sie müsse Shenjai sein. Sie antwortete, dass sie mal unter dem Namen bekannt war, aber in diesem Leben Sulei heiße. Sie sagte mir auch ich wäre Ravick Dragonlord, und tatsächlich, dieser Name kam mir auch vertraut vor, ich hatte ihn in meinen Träumen schon mal gehört.
Was geht hier vor? Ist dies doch alles Hexerei? Sulei entschied sich zur großen Sorge des wirklichen Kapitäns (der Mann der bei uns war, war nur der erste Maat gewesen) die Reise mit mir fortzusetzen.
  • 27. Absteigender Wald
Gestern Abend hat Sulei mir ein zerbrochenes Schwert aus reinem Gold gezeigt, und auf einmal sah ich wie ich vor langer Zeit eine riesige Flotte befehligte und sich meine Soldaten, Drachenblüter, gegen mich wendeten, und mich nach einem langen Kampf niederstreckten. Ich spürte auch Kräfte in mir, die vorher geschlummert hatten. Jetzt wusste ich was Udirinay meinte mit der Sonne im Herzen: Ich bin ein Erwählter der Sonne! Jetzt verfüge ich über Kräfte die ich vorher als Hexerei bezeichnete, aber wer weiß was man damit alles anstellen kann…
  • 28. Absteigender Wald
Wir trafen in Chiaroscuro ein, Sulei schien zu wissen wo wir hin sollten. Sie führte uns zu einem Blinden, der uns grüßte als wenn er auf uns gewartet hätte. Er führte uns in sein Heim und erzählte uns von der uneroberten Sonne, und dass wir ausgewählt wären. Wir hätten vor etlichen Jahren schon mehrere Leben geführt. Die Drachenblüter hätten sich damals gegen uns erhoben und uns alle, oder fast alle, umgebracht.
  • 1. Aufsteigendes Feuer
Ich habe von dieser Veränderung Carram und Sian berichtet, als sie mir nicht glauben wollten, habe ich die Macht der Sonne benutzt um für einen Moment selber zu leuchten. Ich konnte die beiden überzeugen, dass ich mich nur von meinen Fähigkeiten geändert hatte und nicht von Dämonen besessen bin.

-jm-

Interview in den Scavengers

"Ähm, entschuldige." - "Verflixt, wo kommst du denn her?" - "Aus der Redaktion. Ich hätte da ein paar Fragen." - "Jetzt? Hier? Siehst du denn nicht was hier vorgeht? Was bist du eigentlich?" - "Ein Kobold und keine Angst, es dauert nicht lange…" - "Natürlich nicht, denn du bist bald tot wenn du nicht verschwindest!" - "Also erstens bin ich eine Zeichnung und kann nicht sterben, und zweitens befinden wir beide uns gerade in einem Zeitstop. Nichts passiert bis das Gespräch vorbei ist. Und drittens könntest du mir jetzt erzählen wer die Leute da bei dir sind und wie ihr in diese- ähm - unangenehme Lage geraten seid." - Oh, na dann kann ich auch noch etwas auf die Katastrophe warten.

Also, der riesige Kerl dort ist mein Bruder Ariman, der Typ daneben ist Jarson Drachensucher und der Ritter - ich habe gerade den Namen vergessen, tschuldigung, die Panik. Ich bin Lotus. Es gehört noch einer zu unserem Zirkel, aber der ist bisher noch nicht aufgetaucht.

Eigentlich hatte alles ganz harmlos angefangen. Eine Frau hatte uns um Hilfe gebeten, ihr Sohn Tjorben sei in eine andere Stadt gezogen und hatte sich danach nicht mehr gemeldet. Früher hätte mich solcher Kram nicht interessiert, zumal die Aussicht auf Geld gering war. Aber seit die Kräfte der Sonne in mir erwacht sind und ich den anderen aus dem Zirkel begegnet bin, haben wir alle immer wieder solche merkwürdigen Träume und dann macht man so was eben mal. Also sind wir in jene Stadt gezogen.

Da waren viele wie unter Drogen. Apathisch und desinteressiert. Es war gerade Party in der Stadt und irgendwie musste ein großes Festzelt daran schuld sein. Die Leute gingen rein und kamen verändert raus. Angeblich gäbe es dort drinnen Wettbewerbe. Der Typ, der das ganze dort drinnen organisierte war ein Fremder in weißer Robe, sah gar nicht mal schlecht aus. Und der konnte auch verflixt gut mit den Bürgermeister. Natürlich wollten wir in das Zelt rein. Doch da mussten wir zuerst so ein merkwürdiges Zeug trinken, ohne Gnade. Wir haben alles versucht, wieder ausspucken, viel verschütten, aber die haben höllisch aufgepasst. Tja und danach ging die Party wirklich ab. Mann, war ich gut drauf. Von dem Zeug könnte ich jetzt glatt etwas vertragen. Wir haben sowieso keine Chance, da kann ich auch high sein.

Aber egal. Der Ritter hat uns aber ziemlich schnell wieder von dem Trip runtergeholt. Dem hat das gar nichts ausgemacht. Wir haben trotzdem noch so getan als ob und uns in aller Ruhe umsehen.

Überall waren die Leute am Feiern. Das Getränk floss wie es schien aus einem Baum im Zelt. Und es gab auch einen Kampfring - in dem Tjorben völlig benebelt dabei war, einem Jungen den Arm abzuhacken. Völlig ekelhaft. Und alle fanden es toll und jubelten diesem Champion des Ringes zu. Natürlich konnte Ariman nicht tatenlos dabei zusehen und sprang in den Kampfring. Er hat Tjorben locker niedergerungen. Doch im Rest des Zeltes brach Panik aus, zumal Jarson Drachensucher zur Ablenkung das Zelt anzündete.

Aber dieser komische Fremde verwandelte das Feuer in einen ganzen Käfig, der alle im Zelt einschloss. Ich habe noch versucht ihn rücklings zu erdolchen, während der Ritter von vorne angriff, doch dem Typen schien das alles gar nichts auszumachen bis er sich plötzlich in ein Dutzend Fledermäuse verwandelte und davon flatterte. Feenvolk, garantiert!

Damit wäre die Sache eigentlich erledigt gewesen. Ok, das Haus des Bürgermeisters war voller Leichen und Tjorben war auch noch nicht wieder klar. Aber der Baum war verbrannt, die Fee weg und irgendwann verschwindet auch der schlimmste Rausch. Aber in der Nacht träumten wir alle wieder von einer anderen Stadt ganz in der Nähe, nämlich dieser hier. Und sie war ganz von Feuer eingeschlossen. Ok, mir ist jetzt auch klar, dass das nur symbolisch gemeint war. Aber was sollten wir denn tun? Wir mussten einfach nach dem rechten sehen. Schöne Scheiße."

"Hast du schon eine Idee was ihr tun wollt?" - "Du meinst, außer in Panik davon stürmen? Nein, nicht wirklich, und bei dem Vieh hat es wohl auch keinen Zweck." - "In Ordnung, das war sehr informativ. Ich wünsche dir noch viel Spaß" Mit diesen Worten löste sich der kleine Kobold in Luft auf und Lotus drehte sich wieder in Richtung des Feindes. Es würde höchstens noch eine Stunde dauern, bis diese riesige Armee, angeführt von einem großen geflügelten Monster, die Stadt erreicht hätte. Es wäre leichter zu ertragen, dachte Lotus, wenn wir wenigstens in der Stadt wären und nicht vor dem verschlossenen Tor ständen...


-sw-

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