Filmkritik:Spider-Man

Aus SDNV
(Weitergeleitet von Spider-Man - Film)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wow, was für ein Wahnsinnsfilm!

"Aber das war doch Gwen Stacy, die von der Brooklynbridge gestoßen wurde. Und seit wann sind seine Spinnenfäden bionisch? Überhaupt ist Tobey Maguire nicht schön genug. Außerdem hat Spider-Man nie so viel Schläge vom Kobold einstecken müssen. Dafür hat er sich ..."

Ja, ja ist ja schon gut! Der Film ist nicht exakt nach der Comicvorlage. Scheiß drauf: er ist geil!


Wenn sich Spider-Man durch die Häuserschluchten von New York schwingt vergisst man alles andere. UND Tobey Maguire ist als kurzsichtiger Streber, der Superkräfte entwickelt, einfach unschlagbar. Es macht einfach Spaß ihm dabei zuzusehen, wie er zum ersten mal ausprobiert seine Spinnenfäden abzuschießen oder durch die Luft zu schwingen.


Der Film beginnt mit einem Klassenausflug in ein Genlabor, wo eine mutierte Spinne Peter Parker, ein krasser Außenseiter in der Schule, in die Hand beißt. Tags darauf stellt dieses Weichei fest, dass ihm enorme Muskeln gewachsen sind und er keine Brille mehr benötigt. Seine Sinne sind plötzlich so scharf, dass er sogar die feinen Widerhaken erkennen kann, die aus seinen Händen sprießen. In der Schule bekommt er auch gleich wieder Ärger mit den Rowdies der Schule. Doch diesmal gibt er nicht einfach auf, sondern lässt Flash Thompson, die Sportskanone der Klasse, ins Leere laufen. Als nächstes versucht sich unser frisch gebackener Held im Wrestling um etwas Kohle zu verdienen, damit er sich ein Auto kaufen kann.

Doch wieder schlägt das Schicksal zu. Sein Onkel wird von einem Räuber erschossen, den Peter Parker fünf Minuten zuvor einfach laufen ließ, weil er sich nicht dafür zuständig fühlte. Und so lernt er auf die ganz harte Weise seine erste Superheldenlektion: "Mit großer Macht kommt auch große Verantwortung."

Dies wird von nun an Spider-Man's Credo sein. Als nun der Kobold (toll gespielt von Willem Dafoe) auftaucht und die Stadt in Angst und Schrecken versetzt, ist es die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft, die nicht rastet und nicht ruht bis der Schurke endlich gestellt ist. Aber es wäre nicht Spider-Man wenn das so einfach wäre. Der Kobold ist der Vater seines besten Freundes und er selbst, Peter Parker, ist in die Freundin seines Freundes verliebt. Zudem braucht er Geld. Das besorgt er sich, indem er Fotos von Spider-Man's Aktionen an eine Zeitung verkauft, deren Chef Hetzkampagnen gegen den Netzschwinger startet. Ziemlich viel zu tun für einen Teenager.


Der Regisseur Sam Raimi, der mit "Tanz der Teufel" begann, Filme wie "Schneller als der Tod" und Serien wie Xena betreute, wurde als Regisseur angeheuert, nachdem eine Zusammenarbeit mit James Cameron scheiterte. Es waren noch weitere namhafte Könner wie Oliver Stone oder David Fincher im Gespräch, doch mit keinem kam eine Zusammenarbeit zustande. Anfangs drängten die Produzenten auf einen Sonnyboy als Spider-Man. Heath Ledger oder Josh Hartnett sollten in den hautengen Dress schlüpfen, doch Raimi setzte sich mit seinem Favoriten durch. Das Milchbubigesicht von Tobey Maguire, der eigentlich für sensible Charakterrollen bekannt ist, war einfach perfekt für den Außenseiter Peter Parker. Der junge Schauspieler musste sich ein halbes Jahr im Fitnessstudio quälen um für die Rolle fit zu werden, aber es hat sich gelohnt. Schließlich ist es einfacher einem Schauspieler Muskeln anzutrainieren als einem Muskelprotz die Schauspielerei beizubringen (siehe dazu "The Scorpion-King").

Eigentlich lief ja alles gut, aber dann kam den Machern der elfte September in die Quere. Der erste Trailer wurde sofort aus den Kinos genommen (Spider-Man fing einen Helikopter zwischen den Twin-Towers des World Trade Center in seinem Netz) und der Showdown musste neu gedreht werden, da er auf besagten Gebäuden stattfinden sollte. Dadurch verzögerte sich der Starttermin des Filmes um ein paar Monate und beschert uns jetzt eine starke Konkurrenz für "Star Wars: Episode 2" und hängte ihn schon am Startwochenende locker ab. Sam Raimi hat hiermit ein grandioses Stück Unterhaltungskino abgeliefert. Ich für meinen Fall bin jetzt schon gespannt auf Teil 2.


-cp-

Meine Werkzeuge